Gesundheits- und Krankenpflege

    Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung

    Was ist professionelle Pflege?

    "Professionelle Pflege umfasst die eigenverantwortliche Versorgung und Betreuung, allein oder in Kooperation mit anderen Berufsangehörigen, von Menschen aller Altersgruppen, von Familien oder Lebensgemeinschaften, sowie Gruppen und sozialen Gemeinschaften, ob krank oder gesund, in allen Lebenssituationen (Settings). Pflege umfasst die Förderung der Gesundheit, die Verhütung von Krankheiten und die Versorgung und Betreuung kranker, behinderter und sterbender Menschen. Weitere Schlüsselaufgaben der Pflege sind die Wahrnehmung der Interessen und Bedürfnisse (Advocacy), die Förderung einer sicheren Umgebung, die Forschung, die Mitwirkung in der Gestaltung der Gesundheitspolitik sowie das Management der Patientenversorgung und des Gesundheitswesens, sowie in der Bildung." (International Council of Nurses, 2010)

    Diese Definition ist unser Leitfaden für die Ausgestaltung der Ausbildung in der Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Krankenpflegehilfe.

    Machen Sie sich selbst ein Bild über unsere youtube-Beiträge zur Pflegeausbildung und der Berufspraxis.

    Die Ausbildung

    Die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin / zum Gesundheits- und Krankenpfleger dauert 3 Jahre. Im Rahmen der Ausbildung besuchen Sie 2100 Std. Unterricht in Blockform. Zwischen den Theoriephasen werden Sie auf Stationen in unseren 5 Krankenhäusern in praktischer Pflege ausgebildet. Im zweiten Ausbildungsjahr haben Sie zudem praktische Ausbildungseinsätze in der Hauskrankenpflege, in Fachkliniken für Psychiatrie und in einer Kinderklinik (2500 Std.). Im Rahmen der Ausbildung absolvieren Sie auch 80-120 Std. Nachtwache.

    Im Unterricht erwerben Sie die Wissensgrundlagen, die Sie zu einer professionellen Pflege von Menschen befähigen. Die Fächer Pflege- und Gesundheitswissenschaften, Anatomie, Physiologie, Krankheitslehre, Sozialkunde, Psychologie, Recht, Deutsch und Kommunikation u.s.w. werden themenzentriert in Lernfeldern angeboten.

    Während der praktischen Ausbildungseinsätze erlernen Sie die Ermittlung des Pflegebedarfs pflegebedürftiger Menschen, sowie die Planung, die Umsetzung und die Überprüfung der durchgeführten Pflege. Die Teams der Stationen und qualifizierte Praxisanleiter/innen leiten Sie an und zeigen Ihnen, wie Sie Patienten kompetent pflegen und Bezugspersonen von Patienten einbeziehen.

    Die Lehrerinnen und Lehrer der Berufsfachschule begleiten Sie durch die Ausbildung. Sie besuchen Sie auch im Praxiseinsatz.

    Die Abschlussprüfung

    Die Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil. Diese Prüfungen finden in den letzten drei Monaten der Ausbildung statt. Nach erfolgreichem Abschluss der Prüfung erhalten Sie von der Abteilung Gesundheit der Regierung von Oberbayern mit dem Zeugnis und der Urkunde das Recht, die Berufsbezeichnung "Gesundheits- und Krankenpfleger/in" zu führen. Ihr Berufsabschluss wird in allen EU-Staaten anerkannt. Eine Wiederholungsprüfung ist möglich.

    Karriereperspektiven

    Gesundheits- und Krankenpfleger/in ist ein international anerkannter, krisensicherer und faszinierender Beruf. Sie können international in allen Einrichtungen arbeiten, in denen qualifiziertes Pflegefachpersonal eingestellt wird (z.B. Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken, psychiatrischen Fachkliniken, Hauskrankenpflege, stationäre Altenhilfe, Privatpflege, Krankenversicherungen, Ämtern etc.).

    Sie können nach Abschluss der Ausbildung eine berufsbegleitende Fachweiterbildung besuchen und sich weiterqualifizieren zur Fachkrankenpflegerin / zum Fachkrankenpfleger für Intensiv- und Anästhesie, Onkologie, Rehabilitation, Nephrologie, Operationsdienst, Endoskopie etc. Sie können sich auch weiter qualifizieren zur Leitung einer Station, zur Hygienefachkraft oder zur Praxisanleiter/in.

    Mit einem mittleren Schulabschluss, einer abgeschlossenen Berufsausbildung und dem Nachweis einer dreijährigen Berufstätigkeit erwerben Sie Möglichkeit ein Studium zu absolvieren. Es besteht die Möglichkeit der Anrechnung von bereits erworbenen Kompetenzen.

    Bachelor-Pflegestudiengänge qualifizieren Sie sich zum Pflegeexperten für die praktische Pflege. Pflegemanagementstudiengänge bilden Sie aus für Leitungsaufgaben im Pflegebereich. Pflegepädagogikstudiengänge bereiten Sie auf die Arbeit an Schulen und in Fort- und Weiterbildungseinrichtungen vor. Mit einem Abschluss in Pflegewissenschaft können Sie in der Forschung arbeiten.

    In Master-Pflegestudiengängen erwerben Sie fundierte Kompetenzen um als Advanced Nurse Practicioner zu arbeiten. Mit dieser Qualifikation sind Sie befähigt im Rahmen der erweiterten Pflegepraxis eigenverantwortlich heilkundliche Aufgaben der Pflege auszuführen.

    Nach einer Promotion im Fachbereich Pflege können Sie an einer Hochschule oder Universität lehren und forschen.